Skihersteller engagiert sich für die Umwelt

Blizzard-Geschäftsführer Helmut Exenberger über die Teilnahme seines Unternehmens an der Klima- und Energiestrategie „Salzburg 2050“. 

Die Salzburger Wirtschaft im Interview mit Blizzard-Geschäftsführer Helmut Exenberger

Wir kennen die Blizzard Sport GmbH als umweltengagiertes, „grünes“ Skiproduktions-Unternehmen. Durch die „Salzburg2050“-Partnerschaft verpflichtet sich ihr Unternehmen zu noch mehr Umweltengagement. Was waren die Beweggründe, bei dieser Kooperation dabei zu sein?

Als eines der größten in der Region ansässigen Unternehmen, dessen Produkte weltweit vertrieben werden, sehen wir es als unsere Pflicht, eine Vorreiterrolle im Bereich Umweltengagement einzunehmen. Der schonende Umgang mit Ressourcen ist unser Beitrag zur Naturerhaltung und Verantwortung gegenüber nachfolgenden Generationen. Von der Vision einer energieautonomen Zukunft wollen wir gerne ein Teil sein, und den Weg dorthin gemeinsam mit starken Partnern zu beschreiten sehen wir als großen Vorteil für alle Beteiligten. Somit war für uns die Salzburg2050 Partnerschaft ein logischer Schritt. 

Seit der Restrukturierungsphase 2008 sind eine Vielzahl an energetischen Maßnahmen erfolgt. Erzählen Sie uns, welche bereits realisiert wurden?

Ja, das ist korrekt. Im Bereich Energieoptimierung hat unsere Reise 2008 begonnen. In der Ausgangssituation brauchten wir für die Raumheizung pro Jahr ca. 5.500 MWh, die durch Schweröl erzeugt wurden. Der 1. Schritt von vielen Weiteren war der Anschluss an die Fernwärme Mittersill, die Umstellung von Dampf- auf Heißwasserheizung, die Modernisierung der Zu- und Abluftanlage sowie eine neue Heiztechnologie in der Lagerhalle. Durch all diese Maßnahmen konnte bis 2011 unser jährlicher Energieverbrauch auf 2.700 MWh halbiert werden. Ein Erfolg, der uns motiviert hat! Damit folgten weitere Optimierungsprojekte,  thermische Sanierungen und diverse Wärmerückgewinnungsprojekte, die unter anderem mit einer klima:aktiv Auszeichnung bedacht wurden. Für die Gesamtheit all unserer umgesetzten umweltrelevanten Maßnahmen wurden wir zudem mit dem umwelt blatt salzburg ausgezeichnet. Gegenüber der oben erwähnten Ausgangssituation konnten wir unseren Energieverbrauch um mehr als 70%, auf 1.500 MWh, senken. Neben der jährlichen Kosteneinsparung, die diese Investitionen mit sich bringen, ist es ein gutes Gefühl zu wissen, dass jedes bei uns produzierte Paar Ski energieeffizient und „ökologisch sauber“ hergestellt wird. Das JA zur Umsetzung des Photovoltaikprojektes ist nun der nächste große Schritt auf unserem Weg zur Energieautonomie.

 

Ihr Unternehmen entwickelt, produziert und verkauft über 300.000 Paar Ski pro Jahr, ca. die Hälfte davon wird am Standort Mittersill hergestellt. Mit mehr als 200 Mitarbeitern in Mittersill, wie schätzen Sie das betriebliche Potential in anderen Bereichen wie Mobilität oder Ressourceneffizienz ein?

Beides sind Bereiche in denen wir bereits Projekte und Umsetzungsmaßnahmen eingeleitet haben, bzw. noch für 2017 auf unserer Agenda haben. So haben wir z.B. im Bereich Entsorgung und Recycling in Zusammenarbeit mit umwelt service salzburg und dem Büro für Umweltfragen unsere Abfallströme analysiert und konnten deutliche Verbesserungen erzielen. Diverse Ansatzpunkte wurden identifiziert, die lt. Expertenschätzung das Gesamtvolumen des Gewerbemischabfalls pro Jahr um 70-80 Tonnen senken und so einen Beitrag zur Ressourcenschonung leisten. Das Thema E-Mobilität befindet sich bei uns intern gerade in der Analysephase, um herauszufinden, wie unser Fuhrpark-Bedarf am besten und effizientesten abgedeckt werden kann. Im Bereich der E-Autos hat die Entwicklung in den letzten Jahren deutlich an Fahrt aufgenommen, daher sind wir überzeugt, dass die Zeitspannen zwischen den Entwicklungssprüngen in Zukunft noch kürzer sein werden, was das Angebot klarerweise noch interessanter macht. Ein dauerhafter Verbleib bei einem “nur“ Diesel-  bzw. Benzinmotor betriebenem Fuhrpark stellt für uns keine Option dar.  

Bereits heute sind auf dem Dach der Produktionshalle eine Vielzahl von Photovoltaik-Paneelen sichtbar. Wann können die Salzburger mit ökologischem Sonnenstrom produzierten Skiern die Pisten herunterwedeln?

Das können sie schon in der kommenden Wintersaison. Unsere PV-Anlage ist seit Anfang Juni in Betrieb und wird uns nach Fertigstellung der 4. Ausbaustufe gesamt ca. 430.000 kWh Strom pro Jahr liefern, was in etwa dem jährlichen Verbrauch von 130 Haushalten entspricht. Alle diese Zahlen sind für uns immer wieder Bestätigung genug, dass die nicht unwesentlichen Investitionssummen, die wir in umweltrelevante Maßnahmen investiert haben und noch investieren werden, der richtige Weg in eine erfolgreiche Zukunft sind.

 

ISPO Munchen